Unternehmen auf Facebook als Kommunikationskanal zu Branchenkollegen und Medizinern

Unternehmen auf Facebook als Kommunikationskanal zu Branchenkollegen und Medizinern

Als Unternehmen auf Facebook: Welcher Praxisbauer braucht sowas schon!

Als Unternehmen auf Facebook? Schon das Betreiben einer Firmen-Webseite kostet dem Unternehmen Zeit. Erst recht, wenn noch Posten, Teilen, Liken in sozialen Kanälen dazu kommen sollen. Wozu muss z.B. ein Arztpraxisplaner, ein Praxisbauer, ein Medizinrechtler oder ein Praxiseinrichter zusätzlich digital unterwegs sein? Das bindet nur Kapazitäten ohne zusätzlichen Umsatz. So sehen es etliche Chefs vor allem in kleinen Firmen. Doch Statistiken, neue Wirtschaftsstudien und auch der Unternehmensalltag sagen mittlerweile etwas ganz anderes.

Der Social Media-Kanal Facebook treibt oft verrückte Blüten. Da posten unheimlich viele Leute unheimlich viel Unwichtiges: Ihr Mittagessen, Videos von Pleiten, Pech & Pannen ihrer Katze oder Selfies vom Gipfel des begrünter Ex-Bauschutt-Hügels am Rande der Stadt. So ist Facebook halt.
Neben dieser millionenfachen Kommunikation mit Freunden und privaten Followern gibt’s auf Facebook noch Anderes. Nämlich Fanseiten von Unternehmen, beispielsweise die Facebook-Accounts mittelständischer Betriebe.

Millionen Deutsche nutzen den „Platzhirsch“ Facebook

Nach jüngsten Erhebungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sind eine ganze Menge Firmen in Sozialen Medien wie Facebook und Twitter unterwegs. Für die Studie befragt wurden 3.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors. Rund 21 Prozent von ihnen haben laut ZEW-Studie ein Facebook-Profil. Im Gegenzug sprechen andere Quellen davon, dass sich insgesamt rund 27 Millionen Deutsche regelmäßig auf Facebook tummeln. Damit gilt dieser Kanal bislang noch als Platzhirsch unter den sozialen Netzwerken. Die ZEW-Erhebung verrät im Umkehrschluss aber auch, dass 79 Prozent der Befragten, damit die überwiegende Mehrheit der zumeist kleinen Mittelständler soziale Medien schlichtweg links liegen lassen.

Als Unternehmen auf Facebook potenzielle Kunden im Netz gut erreichen

Dabei ist längst erwiesen, dass Facebook & Co. im wirtschaftlichen Leben eine Menge Potenzial haben. Vorausgesetzt, Social Media wird bewusst eingesetzt und bedient. Laut ARD- / ZDF-Onlinestudie nutzten 2016 rund 58 Mio. Menschen in Deutschland das Internet, 27 Millionen davon sind auf Facebook unterwegs. In diesem großen Pool sind neben Millionen anderen Nutzern auch jene zugange, die man als Unternehmen als Zielgruppe erreichen möchte. Man trifft die Mitglieder dieser Zielgruppe auf Facebook, kann sie hier ansprechen, abholen und mit ihnen fachsimpeln. Hier gilt es, möglichst viele von diesen Zielgruppenkandidaten darauf aufmerksam zu machen, dass das Unternehmen für ihren Bedarf und ihre Interessen den passenden Mehrwert und Nutzen zur Verfügung stellen kann. Unternehmen auf Facebook
Aber grau ist alle Theorie. Wie sehen es Praktiker aus der Dienstleister-Branche für die Gesundheitswirtschaft? Also Arztpraxis-Planer, Arztpraxis-Bauer oder Wirtschaftsberater für Ärzte und Zahnärzte. Bei jenen geht die Bandbreite der Meinungen sehr auseinander. Ein Praxis-Planer und Praxis-Bauer  beispielsweise setzt nach wie vor voll auf herkömmliche Methoden: „…Bekannt sind wir vor allem durch Mundpropaganda, Referenzen und Empfehlungen. Besonders gut für die Auftragslage ist bzw. war bisher immer die Teilnahme an Messen. Das allerdings geht im Moment zurück… “
Andere Selbstständige wiederum sind überzeugt: „Ohne eigene Firmen-Webseite im Internet geht es schon lange nicht mehr. In sozialen Medien machen wir ebenfalls mit. Ehrlich gesagt, fehlt uns aber oft die Zeit, hier regelmäßig mitzureden bzw. zu posten. Vielleicht muss das aber auch nicht unbedingt sein.“

Die „Fraktion“ der Digital-Verweigerer wird immer kleiner

Immer kleiner wird in diesem Spektrum die Gruppe, die mit einer Webseite und sozialen Medien überhaupt nichts am Hut haben. Tatsächlich schrumpft der Anteil der Digital-Verweigerer rasant. Das mag zum geringen Teil demographische Gründe haben. Vor allem aber werden digitale Präsenz und digitales Agieren auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) zunehmend unverzichtbar. Sonst gehen womöglich bald das Geschäftsleben, gehen Trends und Innovationen der Branche an ihnen vorbei.
Die aktuelle ZEW-Studie hat ganz klar ergeben: Unternehmen mit Facebook-Account und aktiven NutzerInnen haben höhere Chancen, innovativ zu sein. Und damit neue oder wesentlich verbesserte Produkte oder Dienste auf den Markt zu bringen. Prof. Dr. Irene Bertschek vom ZEW, die Ko-Autorin der Studie bringt es auf den Punkt: Es sind eher die negativen als die positiven Kommentare der Nutzer/-innen, die den Unternehmen zu Innovationserfolgen verhelfen können.

Negatives Feedback ist positiv

Ihr Ratschlag lautet: „Unternehmen sollten … auch die Potenziale für Innovationen berücksichtigen. Sie können Facebook aktiv dafür einsetzen, Feedback von den Kunden-/innen und Nutzern/-innen einzuholen. Negatives Feedback sollte als Chance gesehen werden, Probleme zu identifizieren und damit Produkte und Dienste zu verbessern oder gar neue zu entwickeln.“

Die Großen liegen auch als Nutznießer weit vorn

Unter den Social Media-Nutzern am häufigsten vertreten sind laut de.statista.com – Das Statistik-Portal die großen Player der Wirtschaft. Im Ranking folgen Unternehmen mit 10 – 49 Beschäftigten und danach Firmen mit 1 – 9 Beschäftigten.
Bekanntlich ist Statistik nicht alles. Sie liefert aber zumindest eine Zustandsbeschreibung darüber, wer die wirtschaftlichen Potenziale von Facebook, Twitter & Co. längst erkannt hat, Kapazitäten investiert und die digitale Kommunikation mit Zielgruppen und Kunden inzwischen weidlich nutzt.
Ganz weit vorn liegen die Digital Natives, also meist die Großen in der Wirtschaft. Warum machen die das? Vor allem schätzen sie Social Media als ergiebige Marketing-Plattform. Danach folgen Motive wie „Enger Kontakt zum Kunden“ und „Steigerung des Bekanntheitsgrades“. Deutlich im Kommen sind aber Beweggründe wie „Zielgruppenansprache“ und „Umsatzsteigerung“.

Kleine Firmen meinen, es fehlt einfach die Zeit für Facebook & Co.

Wie von Statistikern verlautet, hat heute jeder dritte Deutsche ein Profil bei Facebook und tauscht sich über das soziale Netzwerk aus. Genau das macht es für Unternehmen – kleine, mittlere und große – hochinteressant. Allerdings haben es kleine und mittelständische Unternehmen schwer, Facebook als Marketing-Instrument in allen Facetten zu bespielen. Sie verfügen in ihrem Fach über ein umfangreiches Produktwissen, sind aber von ihrem Tagesgeschäft so stark beansprucht, dass selten Kapazitäten für ein übergreifendes Marketing bleiben.

Den Schalter von analog auf digital umlegen – Schritt für Schritt

Auch wenn das analoge Marketing in weiten Teilen noch recht gut funktionieren mag, führt am digitalen Marketing auch für die KMU kein Weg mehr vorbei. Mangels eigener Ressourcen kann hier externes Knowhow einer Agentur eine Alternative sein. Ein anderer Weg wäre, im eigenen Betrieb den Schalter umzulegen und Schritt für Schritt mit digitaler Hilfe Ressourcen freizulenken, um diese für den digitalen Geschäftsbetrieb fit zu machen und einzusetzen. Unternehmen auf Facebook

Jede Menge Gründe für eine firmeneigene Fanpage

Was macht Facebook eigentlich so interessant, im Grunde unverzichtbar für die KMU? In einschlägigen Blogs wie max2-consulting.de versucht man, Antwort auf diese Frage zu geben. Demnach geht es nach Ansicht von Autor Peter Fürsicht zuerst darum, auf dem größten Marktplatz der Welt die eigene Zielgruppe zu erreichen. Dazu präsentieren Unternehmen ihre Leistungen oder Produkte. Zusätzlich ermöglicht Facebook, Werbeanzeigen zu schalten und genau die Nutzer anzusprechen, die sich wirklich für diese Leistungen interessieren. Und das ohne nennenswerte Streuverluste.
Was außerdem für eine Facebook-Fanpage spricht: Das Unternehmen wird nicht von außen betrachtet und bewertet, es baut sein Image in der Öffentlichkeit nach eigenen Intentionen auf.
Auch nutzen erfolgreiche Unternehmen den Kanal, um sich emotional zu positionieren. Sie gewähren auf Facebook Einblicke in ihren Arbeitsalltag, stellen Hintergründe zu Produkten und anderes vor und schaffen so mit Kunden und Geschäftspartnern eine gewisse Vertrautheit.

Werbungskosten müssen nicht durch die Decke gehen

Nicht zu unterschätzen ist zudem die Möglichkeit zum direkten Kundedialog als Unternehmen auf Facebook. Heißt – Interessenten können Fragen zum Unternehmen auf Facebook, zu Sortiment und Angeboten stellen. Wer sich auf diese Kommunikation einlässt, baut Vertrauen auf.  Unternehmen auf Facebook
Bekanntlich gilt Facebook als sehr lebendiger Kanal mit einer aktiven Nutzerschaft und umfangreicher Interaktion. Das ist ein guter Platz für interessante und kreative Inhalte, mit denen eine Firma auf Facebook ohne viel Zutun ihre Markenbotschaft im Netz verbreiten können. Läuft es besonders gut, sorgt der virale Effekt bald für Bekanntheit im Netz. Und zwar ohne dass die Werbungskosten durch die Decke gehen.
Überhaupt lässt sich als Unternehmen auf Facebook mit ziemlich niedrigem Etat und geringen Streuverlusten mit Werbung recht genau die anvisierte Zielgruppe ansprechen. Dazu dienen Parameter wie Demographie, Interessen oder Standort.
Ist die Facebook-Fanpage mit der Webseite der Firma verbunden, lassen sich zusätzlich wertvolle Effekte erzielen. Fans kommen so direkt auf interessante Angebote, News oder zum Portfolio des Unternehmens.
Wer übrigens muntere und gut ausgebildete neue Mitarbeiter sucht, hat mit einer Unternehmens-Fanpage auf Facebook sehr gute Karten. Vorausgesetzt natürlich, der Auftritt kommt regelmäßig gepflegt und zeitgemäß rüber.

In geschlossener Kommunikations-Gruppe Branchen-Informationen austauschen, Kompetenzen bündeln

Schließlich noch dies als Argument: Der Auftritt als Unternehmen auf Facebook wirkt sich ausgesprochen positiv auf die Suchmaschinenoptimierung aus. Mit cleverem Crossmarketing und guten, suchmaschinenoptimierten Inhalten kann sich ein Unternehmen bei Google & Co. in der organischen Suche weit nach oben beamen.
Für professionell agierende Firmen liefert Facebook darüber hinaus noch eine wichtige Funktion. Nämlich die Möglichkeit, sich als Gruppe – auch geschlossene – in einem separaten Kommunikationskanal zusammen zu finden. In der Regel sind die Teilnehmer verbunden durch ähnliche Interessen, gemeinsame Zielgruppen, gemeinsame Hobbys, ähnliche Branchen-Kenntnisse und Knowhow bis hin zu ähnlichen Markt-Aktivitäten. Solch eine Facebook-Community, für die man sogar über einen Mitglieds-Kodex nachdenken kann – ist ein nächstes Level. Mit diesem zusätzlichem Potenzial zum Netzwerken sowie durch den Austausch von Brancheninformationen und Erfahrungen lassen sich Kompetenzen bündeln und gegenseitig anreichern. Im Idealfall können in so einer Fach-Community über Konkurrenz-Schranken hinweg sogar gemeinsame, innovative Lösungen entstehen.

Wenn der Zug vorbeirauscht, steht man bald allein an der Strecke

Ganz objektiv betrachtet gelangt man letztlich zu diesem Fazit: Facebook-Marketing sollte wohl ernst genommen werden. Es ist ein Musthave im Marketing-Mix eines Unternehmens. Wer diesen Zug vorbei rauschen lässt, steht am Ende allein an der Strecke.

 

Fotos (3): pixabay.com