Urinproben unauffällig ins Labor schleusen

Urinproben unauffällig ins Labor schleusen

Mit Urinschleuse lassen sich Urinproben unauffällig ins Praxis-Labor „schleusen“

Urinschleuse als Muss in jeder Praxis? Für Fachärzte genauso wie für Hausärzte – von Doping-Fahndern ganz zu schweigen –  zählt der Urintest zu den grundlegenden Diagnosemethoden. Für das Handling im Praxisalltag macht es sich deshalb gut, wenn die Proben unauffällig über eine Urinschleuse vom Patienten-WC ins Labor gelangen. Das erspart den Patienten peinliche Situationen und ist gut fürs Zeitmanagement der Praxis.

Es gibt wohl nur ganz wenige medizinische Disziplinen, die für Diagnose und Therapie ohne Urintests  auskommen. Hausärzte, Gynäkologen, Urologen, Neurologen beispielsweise brauchen die Urinwerte, um Krankheitsursachen abzuklären oder Vorsorge betreiben zu können.

Urindurchreiche Kindearzt Denn in der Körperflüssigkeit lassen sich im Labor Abbausubstanzen, Krankheitserreger, Blut und Hormone nachweisen. Heißt im ganz normalen Praxisalltag bei niedergelassenen Medizinern: Viele Patienten geben für Diagnosen und Therapien in der Praxis Urinproben ab. Damit steuern sie dann vom WC aus das Praxislabor an.

Die meisten Patienten allerdings finden es in der Regel peinlich, ihren Urin-Becher durch die halbe Praxis zum Labor zu tragen – schlimmer noch – womöglich an wartenden Patienten vorbei an der Empfangstheke einer Schwester zu übergeben. Aus diesen Gründen spricht viel dafür, für die Übergabe der Urinproben eine sogenannte Urinschleuse oder Urindurchreiche direkt zum Labor zu installieren. Damit lassen sich die Probenbecher der  Patienten weitgehend unauffällig ins Praxislabor „schleusen“. Solche Lösungen werden tatsächlich mehr und mehr zur Standard-Ausstattung einer Arztpraxis. In Praxen für Reproduktionsmedizin und bei Samenbanken übrigens sind für Samenspenden diese Durchreichen schon sehr oft vorhanden.

Komfortabelste Lösung: Zwischen WC-Vorraum und Labor

 

Wo eine Urindurchreiche, d.h. eine zweitürige Schleuse platziert werden kann, hängt von den räumlichen Gegebenheiten der jeweiligen Arztpraxis ab. Nicht immer ist es machbar, diese Schleuse direkt zwischen Patienten-WC und Praxislabor einzubauen. Einfach, weil beide Räumlichkeiten vielleicht nicht aneinander grenzen. In dem Fall könne jedoch ein separater Raum geplant werden – nur für die einzelnen Arbeitsschritte einer Urinuntersuchung. Die komfortabelste Lösung freilich ist es, wenn sich die Durchreiche zwischen Patienten-WC-Vorraum und Labor  befindet. Auf diese Weise lassen sich Praxisabläufe straffen. Bestandteile einer Urinschleuse sind ein Umfassungsrahmen mit beidseitigen Türen, selbst schließenden Scharnieren und Gummiabdichtung. Das Ganze kann jedoch noch mit weiteren technischen Feinheiten automatisiert werden.

Ist das alles zu viel Aufwand für einen alltäglichen Arbeitsablauf wie Urinuntersuchungen im Praxislabor?  Eigentlich nicht, meinen Arztpraxis-Berater wie Caroline Beil, Referentin für Praxismanagement. Sie findet Einrichtung, Duft und Sauberkeit wichtig für eine Praxis. Wo Urin- oder Stuhluntersuchungen gemacht werden, sollte eine Urin-Durchreiche ins Labor eingeplant werden. Für den Patienten sei nichts peinlicher, als mit seinem Urin durch die Praxis laufen zu müssen. „Eine andere Möglichkeit ist“, so Praxis-Coach Caroline Beil „dass die Helferin den Urin aus dem Sanitärraum herausholt.“ Das sei zwar gut für den Patienten, aber schlecht für das Zeitmanagement. Der Arzt müsse also abwägen, wofür er sich entscheiden möchte. Praxismanagerin Beil weiter: „Sehen, hören, riechen, fühlen …  –  Auch in der Arztpraxis wollen die Sinne angesprochen werden.“ Denn die Frage ist doch: „Wie fühlt sich der Patient? Und vor allem – fühlt er sich wohl?“

Fotos: urinschleuse.de

Urindurchreiche